Astronomie Aktuell:

 

Der Sternenhimmel im August 2017

 

von Raoul Fiebig

 

 

Kosmisches "Feuerwerk" am sommerlichen Firmament

 

Zwar ist die Zeit der "hellen SommernĂ€chte" fĂŒr dieses Jahr vorbei, doch bleiben dem Sternfreund weiterhin nur wenige Stunden zur astronomischen Beobachtung.

 

Den SĂŒdhimmel dominiert das markante Sommerdreieck, gebildet aus den Hauptsternen der Sternbilder Schwan, Leier und Adler - Deneb, Wega und Atair. In einer dunklen Nacht fĂ€llt besonders auf, daß der Schwan, der aufgrund seiner charakteristischen Form auch als "Kreuz des Nordens" bezeichnet wird, inmitten des Milchstraßenbandes steht. Weiter sĂŒdlich, im Bereich des Adlers, teilt sich dieses Meer von Millionen ferner Sonnen. Zwischen den prĂ€gnanten Konstellationen des Sommers fallen bei genauer Betrachtung der Pfeil und der Delphin inmitten der Milchstraße auf. Nahe des SĂŒdhorizonts im Tierkreissternbild SchĂŒtze befindet sich - dem direkten Anblick durch Dunkelwolken und stellare Materie entzogen - das Zentrum unserer Galaxie, die einige hundert Milliarden Sterne enthĂ€lt.

 

Abschied von den FrĂŒhlingssternbildern

 

Mit Ausnahme des BĂ€renhĂŒters (Bootes), der mit seinem rötlichen Hauptstern Arcturus den Westhimmel dominiert, sind die klassischen FrĂŒhlingssternbilder nun nicht mehr zu sehen. Zwar stehen Teile der Jungfrau noch ĂŒber dem Horizont, doch die helle Spica ist bereits untergegangen. Zwischen BĂ€renhĂŒter und dem Sommerdreieck erstrecken sich die Konstellationen Herkules und Nördliche Krone hoch im SĂŒdwesten. Unterhalb trifft man auf die lichtschwachen Sterne des SchlangentrĂ€gers und der Schlange. Im SchlangentrĂ€ger ist noch immer der Ringplanet Saturn zu sehen, der seine Oppositionsperiode jedoch in diesem Monat beendet und sich zusehends aus der zweiten NachthĂ€lfte zurĂŒckzieht. Tief am SĂŒdwesthorizont schließlich befinden sich die Tierkreissternbilder Waage und Skorpion.

 

Der Große Wagen weist den Weg

 

Der berĂŒhmte Große Wagen - eigentlich nur ein Teil der grĂ¶ĂŸeren Konstellation Große BĂ€rin - steht halbhoch im Nordwesten. Die fĂŒnfmalige VerlĂ€ngerung der Strecke zwischen den hinteren beiden Sternen des Wagenkastens weist zum Polarstern und somit zur Nordrichtung. Der Polarstern wiederum bildet die Deichselspitze des Kleinen Wagens, einer eher unscheinbaren Konstellation. Zwischen den Wagen schlĂ€ngelt sich der langgezogene Drache hindurch, dessen Haupt sich, fast im Zenit, oberhalb des Herkules findet.

 

In Ostrichtung kĂŒndigt sich bereits der kommende Herbst an. Insbesondere das geflĂŒgelte Pferd Pegasus und die auffĂ€llige Sternenkette der Andromeda ziehen die Blicke auf sich. Der SĂŒdosthimmel hingegen ist arm an hellen Sternen.

 

Am Abend des 7. August 2017 zeigt sich der Vollmond im Steinbock in ganzer Pracht. Dabei kommt es zu einer partiellen Mondfinsternis, bei der der Mond mit bis zu 25% seines scheinbaren Durchmessers in den Erdschatten eintritt. Das Maximum der Finsternis wird allerdings bereits vor Aufgang des Mondes erreicht, sodass von Deutschland aus lediglich die zweite HĂ€lfte des Ereignisses sichtbar ist und vergleichsweise unspektakulĂ€r ausfallen dĂŒrfte. Gegen 21:19 Uhr verlĂ€sst der Mond den Kernschatten der Erde wieder vollstĂ€ndig. Das letzte Viertel, auch als abnehmender Halbmond bekannt, erreicht der Erdtrabant am frĂŒhen Morgen des 15. August 2017 vor den Sternen des Widders. Neumond ist am Abend des 21. August 2017. Dabei ereignet sich eine totale Sonnenfinsternis, deren TotalitĂ€t in einem Streifen vom Nordpazifik quer ĂŒber die USA bis in den Nordatlantik hinein sichtbar ist. Im Ă€ußersten Nordwesten Deutschlands kann der unmittelbare Beginn der partiellen Verfinsterung noch unmittelbar vor Sonnenuntergang erspĂ€ht bleiben. Der Rest der Finsternis bleibt uns jedoch vorenthalten. Im Skorpion steht der Mond am 29. August 2017 schließlich im ersten Viertel, dem zunehmenden Halbmond.

 

Sternschnuppenfeuerwerk zum Laurentiustag

 

In nordnordöstlicher Richtung leuchtet Kapella im Fuhrmann knapp ĂŒber dem Horizont. Im Winter wird das markante Sternbild hoch ĂŒber dem Kopf des Beobachters zu finden sein. Im Nordosten erstreckt sich mit dem Perseus ein weiteres Herbststernbild, das aber schon in diesem Monat aufgrund des Meteorstroms der Perseiden ins Blickfeld eines jeden Amateurastronomen rĂŒckt. Denn der August gilt als der Sternschnuppenmonat schlechthin. Vor allem um den 12. August eines jeden Jahres herum ist die MeteoraktivitĂ€t stark erhöht. Scheinbar besitzen alle Sternschnuppen einen gemeinsamen Ursprungspunkt, der im Sternbild Perseus liegt. Allerdings hat die Konstellation, deren Sterne tief in den Weiten des Alls beheimatet sind, nichts mit dem regelmĂ€ĂŸigen Auftreten der sogenannten Perseiden zu tun und liegt nur rein zufĂ€llig in der gleichen Richtung. Die Meteore gehen auf Staubteilchen zurĂŒck, die der Komet "109P/Swift-Tuttle" auf seiner Bahn um die Sonne zurĂŒckgelassen hat. Da die Perseiden um den Namenstag des MĂ€rtyrers Laurentius am 10. August herum auftreten, werden sie im Volksmund auch LaurentiustrĂ€nen genannt. Wer die Perseiden beobachten möchte, sollte dies am besten in der zweiten NachthĂ€lfte tun. Von einem dunklen Standort aus können um das Maximum der Perseiden herum bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde registriert werden.