Astronomie Aktuell:

 

Der Sternenhimmel im MĂ€rz 2017

 

von Raoul Fiebig

 

 

FrĂŒhlingserwachen am Sternenhimmel

 

Der abendliche Sternenhimmel nimmt im MĂ€rz deutlich frĂŒhlingshafte ZĂŒge an, und die Sternbilder des Wintersechsecks verlagern sich in Richtung Westhimmel. Sirius, der hellste Fixstern am irdischen Nachthimmel, funkelt hell strahlend nahe dem SĂŒdwesthorizont, dem der HimmelsjĂ€ger Orion und der Stier auch schon bedeutend nĂ€her gekommen sind. Die markanten Formationen Fuhrmann und Zwillinge stehen zwar noch recht hoch am Himmel, tĂ€uschen aber nicht darĂŒber hinweg, daß die Winterszenerie ihre Glanzperiode bereits hinter sich hat. Auch der Stier mit dem rotleuchtenden Hauptstern Aldebaran steht im Westen vor dem Abschied vom abendlichen Himmel.

 

FrĂŒhlingsdreieck meldet seine Regentschaft an

 

Die bekannten FrĂŒhlingssternbilder schicken sich indes an, die Regentschaft am Firmament zu ĂŒbernehmen, allen voran der gewaltige Löwe, der sich schon fast bis zur SĂŒdrichtung emporgeschwungen hat. Die Jungfrau mit dem Hauptstern Spica sowie der Bootes mit dem rötlichen Arkturus folgen in gebĂŒhrendem Abstand. Gemeinsam mit Regulus im Löwen bilden Arkturus und Spica das markante FrĂŒhlingsdreieck.

 

In der Jungfrau hĂ€lt sich zur Zeit der Riesenplanet Jupiter auf. Der grĂ¶ĂŸte Wandelstern des Sonnensystems wird im April 2016 seine Oppositionsstellung gegenĂŒber unserem Tagesgestirn erreichen und gewinnt weiter an Sichtbarkeit, da sich seine Aufgangszeiten im Monatsverlauf deutlich verfrĂŒhen. Mit dem bloßem Auge wirkt er wie ein extrem heller Stern, im Teleskop zeigt er Wolkenstrukturen und die hellsten seiner mehr als 60 Monde.

 

Hoch ĂŒber den Köpfen der Betrachter, nahe dem Zenit, zieht das wohl berĂŒhmteste Sternbild die Blicke auf sich: Der Große Wagen. Der Schwung der Wagendeichsel weist auf Arkturus und weiter zu Spica, und wenn man die hinteren beiden Kastensterne etwa fĂŒnfmal in Richtung Norden verlĂ€ngert, gelangt man zum Polarstern, der zugleich die Deichselspitze des Kleinen Wagens markiert.

 

Volkssternwarte Paderborn lÀdt zur "Nacht der Teleskope"

 

Im Nordwesten findet sich das auffĂ€llige Himmels-W der Kassiopeia, die als Zirkumpolarsternbild aufgrund ihrer NĂ€he zum Himmelspol niemals unter den Horizont sinken kann. Das Himmels-W steht inmitten des leuchtenden Bandes der Milchstraße, das sich in einem leicht westwĂ€rts gerichteten Bogen von SĂŒden zum Nordhorizont spannt, wo einsam die hellen Sterne Wega in der Leier und Deneb im Schwan funkeln und davon kĂŒnden, daß in wenigen Monaten der Sommer Einzug halten wird. Einen ausfĂŒhrlichen Überblick ĂŒber den aktuellen Sternenhimmel mit zahlreichen Beobachtungstips gibt Ferry Dörfel am 20. MĂ€rz 2017 um 19:30 Uhr im Rahmen des Vortrags "Astronomie aktuell: Welcher Stern ist das?". An einem sternklaren Abend im Zeitraum vom 21.-24. MĂ€rz 2017 plant die Volkssternwarte Paderborn zudem eine Nacht der Teleskope, bei der mit mobilen Fernrohren beobachtet wird.

 

Der Erdtrabant erreicht am 5. MĂ€rz 2017 den zunehmenden Halbmond, auch als erstes Viertel bezeichnet. Der letzte Vollmond des Winters 2016/2017 erstrahlt am 12. MĂ€rz 2017 im Löwen. Im letzten Viertel, dem abnehmenden Halbmond, zeigt sich der Mond am 20. MĂ€rz 2017 vor den Sternen des SchlangentrĂ€gers. Neumond ist am frĂŒhen Morgen des 28. MĂ€rz 2017 in den Fischen.

 

Tagundnachtgleiche / FrĂŒhlingsbeginn am 20. MĂ€rz 2017

 

Am 20. MĂ€rz 2017 um exakt 11:29 Uhr MEZ beginnt der astronomische FrĂŒhling. Doch wie ist es möglich, diesen Zeitpunkt minutengenau anzugeben, und was verbirgt sich dahinter?

 

Unsere Erde umrundet in ca. 365 Tagen (entspricht einem Erdenjahr) die Sonne. Bedingt durch die SchrĂ€gstellung der Erdachse gegenĂŒber der Bahnebene unseres Heimatplaneten von 23,5° entstehen die Jahreszeiten. Im Sommer der nördlichen HemisphĂ€re weist der Nordpol der Sonne entgegen. Diese erreicht auf der Nordhalbkugel ihre grĂ¶ĂŸtmöglichen Höhen am Himmel und geht jenseits des Polarkreises um den Sommeranfang herum gar nicht mehr unter. Im Winter verhĂ€lt es sich genau anders herum: Die Sonne steht selbst zur Mittagszeit recht tief am Himmel und die Tage sind entsprechend kurz. Nördlich des Polarkreises herrscht die Polarnacht.

 

Ähnlich wie auf der Erde gibt es auch am Sternenhimmel ein Koordinatensystem. Dieses kann man sich als das an den Himmel projizierte Koordinatensystem der Erde vorstellen. Der HimmelsĂ€quator verlĂ€uft ĂŒber dem ErdĂ€quator und die Himmelspole sind in VerlĂ€ngerung der irdischen Pole zu finden. Die Ekliptik, die scheinbare Sonnenbahn - tatsĂ€chlich die Umlaufbahn der Erde um unser Zentralgestirn, bildet mit dem HimmelsĂ€quator den bekannten Winkel von 23,5°. Den Zeitpunkt, an dem die Sonne von der Erde aus betrachtet den HimmelsĂ€quator nach Norden ĂŒberschreitet, bezeichnet man als FrĂŒhlingsanfang oder auch Tagundnachtgleiche. Von diesem Tag an sind die NĂ€chte kĂŒrzer als die Tage. Zugleich steht die Sonne an diesem Tag ĂŒber dem Äquator im Zenit, also senkrecht ĂŒber dem Beobachter. Drei Monate spĂ€ter, am 21. Juni 2017, wird sie zur sogenannten Sommersonnenwende den höchsten Punkt der Ekliptik - 23,5° nördlich des HimmelsĂ€quators - erreichen. In der Folge werden die Tage langsam wieder kĂŒrzer.