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Der Sternenhimmel im Febuar 2012

- von Raoul Fiebig -

Sternkarte 2/2012 (The Sky 6.0 © Bisque Software)

Frühlingsvorboten und drei Wandelsterne am Abendhimmel

Zu keiner anderen Jahreszeit zeigen sich auch nur annähernd so viele auffällige Sterne am Abendhimmel, wie im Winter. In diesem Jahr gesellen sich zudem die hellen Planeten Venus, Mars und Jupiter (siehe unten) zur winterlichen Szenerie und setzt zusätzliche Highlights. Unser Nachbarplanet Venus beschränkt seine Sichtbarkeit dabei derzeit noch auf den frühen Abend und ist zur "Standard-Beobachtungszeit" von 22.00 Uhr MEZ schon längst unter den Westhorizont gesunken. Halbhoch über dem Südhorizont erstrahlt Sirius, der Hauptstern des Großen Hundes und zugleich hellster Fixstern am Firmament. Lässt man den Blick in Richtung Zenit wandern, so trifft man auf Prokyon im Kleinen Hund und die markanten Zwillinge mit den Hauptsternen Kastor und Pollux, die sich hoch über dem Betrachter plazieren. Weiter nordwestlich erstreckt sich der Fuhrmann mit der gelblichen Kapella, an den sich in südwestlicher Richtung der Stier mit dem leuchtend-roten Aldebaran anschließt. Die wohl bekannteste Konstellation des Winterhimmels, der Orion, zieht in südsüdwestlicher Richtung die Blicke auf sich. Neben den beiden hellen Sternen Rigel und Beteigeuze sowie der markanten "Gürtelpartie" beherbergt der berühmte Himmelsjäger auch den bekannten Orionnebel, ein Sternentstehungsgebiet in 1.500 Lichtjahren Distanz.


Der Große Wagen weist den Weg


Am Osthimmel tummeln sich bereits einige Vorboten des nicht mehr fernen Frühlings. Der ausgedehnte Löwe mit dem Hauptstern Regulus dominiert den Südosthimmel. Zwischen dem auffälligen "König der Tiere" und den Zwillingen trifft man auf den nur aus unscheinbaren Sternen bestehenden Krebs. Genau in Ostrichtung übersteigt soeben die zum Tierkreis zählende Jungfrau den Horizont. In ostnordöstlicher Richtung hat der Bärenhüter mit dem orange-roten Arkturus dies bereits hinter sich. Der berühmte Große Wagen - eigentlich nur ein Teil des viel ausgedehnteren Großen Bären - schwingt sich am Nordosthimmel empor. Er weist den Weg zum Polarstern, den man in fünffacher Verlängerung der hinteren Kastensterne in Richtung Norden erreicht. Er bildet die Deichselspitze des Kleinen Wagens, der allerdings mehrheitlich aus schwächeren Sternen besteht. Zwischen den beiden Wagen schlängelt sich der Drache in Richtung Nordhorizont hinab, wo die helle Wega in der Leier einsam erstrahlt.


Die Herbstkonstellationen räumen das Feld


Hoch am westlichen Himmel und inmitten des leuchtenden Bandes der Milchstraße bildet der Perseus das Bindeglied des Winterhimmels zur Herbstszenerie, deren letzte Vertreter sich langsam aber sicher verabschieden. Ein Teil des geflügelten Pferdes Pegasus ist bereits unter den Westhorizont gesunken, während die Sternenkette der Andromeda sich noch immer auffällig in nordwestlicher Richtung präsentiert. Das zirkumpolare Himmels-W der Kassiopeia, die aufgrund ihrer Nähe zum Himmelspol niemals unter den Horizont sinken kann, ist ebenfalls halbhoch im Nordwesten zu erkennen.

Der Februar-Vollmond erstrahlt am späten Abend des 7. Februar 2012 nahe des Sternhaufens Praesepe im Krebs. Das Letzte Viertel, im Volksmund "abnehmender Halbmond" genannt, wird am Abend des 14. Februar vor den Sternen der Waage erreicht. Neumond schließlich ist am 21. Februar 2012.


Venus, Mars und Jupiter ziehen die Blicke auf sich


Im Februar 2012 und auch in den Folgemonaten können gleich mehrere helle Planeten am Abendhimmel erspäht werden. Unser innerer Nachbarplanet, die Venus, präsentiert sich als strahlender "Abendstern" und ist nach Sonne und Mond das hellste Objekt am irdischen Firmament. Geht sie zu Monatsbeginn noch vor 21.00 Uhr unter, verspäten sich ihre Untergänge zum Monatsende auf ca. 22.10 Uhr. Auch die Helligkeit steigt in diesem Zeitraum langsam an. Venus ist nahezu identisch groß wie unsere Erde und zeigt im Teleskop Phasen wie unser Erdmond. Zur Standard-Beobachtungszeit von 22.00 Uhr MEZ zeigt sich der größte Planet unseres Sonnensystems, Jupiter, in mittlerer Höhe über dem Westhorizont. Seine beste Beobachtungszeit hat der Gasriese bereits hinter sich. Im Fernrohr werden die vier Galileischen Monde sowie Wolkenstrukturen auf dem Jupiter sichtbar.

Seine Beobachtungsposition zunehemend verbessern kann der rote Planet Mars, unser äußerer Nachbar. Erst im März 2012 erreicht Mars seine Oppositionsstellung gegenüber der Sonne und bleibt somit auch in den nächsten Monaten ein auffälliges Objekt am nächtlichen Himmel. Obwohl Mars nur halb so groß ist wie unser Heimatplanet, findet sich auf seiner Oberfläche unter anderem der mit 27 Kilometern Höhe und einem Gesamtdurchmesser von rund 700 Kilometern größte Vulkan des Sonnensystems, Olympus Mons, gegen den der irdische Mount Everest wie ein flacher Hügel wirkt. Und gegenüber dem 4.000 Kilometer langen und bis zu sieben Kilometer tiefen Vallis Marineris wirkt der irdische Grand Canyon geradezu wie eine kleine Erdspalte. Im Fernrohr zeigt Mars grobe Oberflächendetails und ggf. eine vereiste Polkappe. Die zwei winzigen Monde des Planeten, Phobos und Deimos, bleiben im Teleskop unsichtbar.

Größenvergleich der Planeten Venus,Mars & Jupiter (Foto © NASA, Montage: Volkssternwarte Paderborn e.V.)

 

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